Geldpolitische
Strategie, bei der das Endziel
Preisstabilität unmittelbar angesteuert wird. Es wird also auf die Setzung eines Zwischenziels verzichtet. Grundidee ist dabei, den Unsicherheiten und Wirkungsverzögerungen des geldpolitischen Transmissionsprozesses durch Beobachtung einer Vielzahl als relevant erachteter Indikatoren Rechnung zu tragen und gleichzeitig durch die Vorgabe eines Zielwertes für das
Preisniveau bzw. für die
Inflationsrate die Zielrichtung der
Geldpolitik zu fixieren. Die Nachteile eines solchen Konzepts im Vergleich zu einer Zwischenzielstrategie bestehen in einem höheren Grad an Komplexität, der damit verbundenen geringeren Überschaubarkeit für die Öffentlichkeit und der Gefahr einer gewissen Orientierungslosigkeit der geldpolitischen Entscheidungen. In jüngerer Zeit sind die Notenbanken einiger Länder (z. B. Großbritannien, Neuseeland, Kanada, Schweden) zu einer solchen einstufigen
Strategie übergegangen. Der Grund für einen solchen Konzeptionswechsel bestand nicht in theoretischen Vorteilen, sondern vielmehr in dem Zusammenbruch traditioneller Beziehungen zwischen der
Geldmenge oder dem
Wechselkurs und den Preisen, der eine Zwischenzielstrategie unmöglich gemacht hatte. Auch für die
Geldpolitik in diesen Ländern gilt, dass die direkte Inflationssteuerung mit den verfügbaren Instrumenten das
Preisniveau nicht direkt kontrollieren kann (Inflation,
Inflationsrate,
Inflationsursachen,
Inflationswirkungen).
Quelle: Deutsche Bundesbank